Für Puristen. Und für Alle, die eine Alternative haben wollen.

Das Vallée de Joux ist eine menschenfeindliche Gegend, in der die Temperaturen nur im Sommer mal 15° erreichen. Das Klima des Hochtals ist rau, und die Winter sind lang im Schweizer Jura. Die ersten Siedler kamen vor rund 1.000 Jahren, inzwischen wohnen ein paar tausend Menschen im Joux-Tal, das im Übrigen für seine Schmiede, Mechaniker und Uhrmacher bekannt geworden ist.

Ob es ein Zufall war, dass ausgerechnet hier, wo das Leben monatelang in Dunkelheit und Kälte versinkt, einige der kompliziertesten Uhrwerke der Welt entstanden? Man darf daran zweifeln: In den präzisen, strengen Mechaniken der LeCoultre-Uhren spiegelt sich das harte, nüchterne Leben der Menschen des Joux – und die reine Schönheit des eisigen Kaltluftsees.

1833 gründeten die Brüder Charles Antoine und Ulysse LeCoultre ihre Uhrmanufaktur; das Unternehmen blühte rasch auf und wurde innerhalb weniger Jahrzehnte eine der bedeutensten Uhrmachereien der Welt. 1925 fusionierte LeCoultre mit dem Pariser Uhrmacher Jacques David Edmond Jaeger: Jaeger LeCoultre war geboren. 1929 entwickelten die Uhrmacher das „Kaliber 101“, das kleinste mechanische Uhrwerk der Welt. Die Mechanik besteht aus 98 Teilen, wiegt weniger als 1g und ist 0,2cm³ groß.

Die Armbanduhr Reverso kam in den Zwanzigern auf den Markt. Sie vereint höchste formale Ansprüche mit perfekter Mechanik und einem Hauch Genie: Gleich zwei – drehbare – Ziffernblätter. Die Reverso wurde ein Klassiker und erlebte in verschiedenen Serien dezente Anpassungen an den Zeitgeist. Während die klassischen Modelle zwischen 1.500 und 2.000 Euro kosten, berechnen die Uhrmacher für die „Grande Reverso 101“ kaltblütig 133.900 Euro. Qualität, ahnt der Käufer, hat eben ihren Preis.

Moden gehen vorüber. Die Reverso hat vor den Augen mehrerer Generationen bestanden. Ohnehin – während der langen Winter im Vallée de Joux schert sich wohl Keiner darum, welche Trends gerade auf dem Uhrenmarkt herrschen. Eine Reverso ist eine Reverso. Punktum.

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