Die Likörelle von Udo Lindenberg sind eine ganz besonderes Angelegenheit, selbst für erfahrene Kunstkenner. Denn der Mann mit Hut und Sonnenbrille malt mit Eierlikör, Grenadine, Blue Curacao, Pfefferminz-Likör – kurz: allem, was das Schnapsregal so hergibt.

Die Likörelle von Udo Lindenberg sind in der modernen Kunstszene einzigartig. Die Technik, mit der sie entstehen, macht sie so außergewöhnlich. Ebenso wie die Möglichkeit, diesen Mann, der sich als Musiker schon lange einen Namen gemacht hat, mal von einer ganz anderen Seite kennen zu lernen. Wie seine Arbeiten bei Kunstkritikern ankommen, ist Lindenberg relativ egal. Er malt, weil er malen möchte, und ist stolz darauf, wenn seine Werke ein interessiertes Publikum finden. Für Viele sind die Bilder eine gelungene Ergänzung zu einem exklusiven Lifestyle, ein paar von Lindenbergs Werken hängen mittlerweile sogar im Bundeskanzleramt.

Likörelle von Udo Lindenberg: Hochprozentiger Wandschmuck

Udo Lindenberg malt mit unterschiedlichen Techniken, doch eine von ihnen erregt besondere Aufmerksamkeit bei Publikum und Kritikern. Seine sogenannten Likörelle – die hat er sich sogar patentieren lassen – malt er tatsächlich mit Farben, die auf Eierlikör und anderen Schnäpsen basieren. Damit hat er sich eine höchst ungewöhnliche und gerade darum so interessante Technik angeeignet, die den Maler jedoch auch vor kleinere bis größere Probleme stellt. Das Farbspektrum von Schnäpsen ist nun einmal begrenzt, Schwarz beispielsweise sei problematisch. Andere Liköre wie Grenadine seien höchst klebrig und damit schwer zu verarbeiten.

Auch die Haltbarkeit seiner Bilder ist ein Thema, um das sich Lindenberg mehr als andere Künstler kümmern muss. Um diese einzigartigen Farben für die Zukunft zu bewahren, muss er die einzelnen Schichten mit einem speziellen Spray einsprühen, welches sie auf der Leinwand konserviert. Damit aus den Bildern einmal Antiquitäten werden können. Außerdem verwendet er diverse Mittelchen, um die Liköre und Schnäpse mal-tauglich zu machen. Schattierungen arbeitet er mit Whiskey heraus – Single Malt, natürlich, dann macht die Arbeit gleich viel mehr Spaß, wenn man sich etwas „Farbe“ vom Finger schlecken „muss“.

Udo Lindenberg: Maler aus Leidenschaft

Im Hamburger Luxushotel Atlantic Kempinski, wo Lindenberg residiert, wenn er nicht gerade als Musiker durch die Republik tourt, hat er sich zwei Ateliers eingerichtet. Eines zum Malen seiner Likörelle, das andere für alle anderen Werke. Manchmal sitzt er aber auch an der Hotelbar und lässt hier seiner Kreativität freien Lauf. Mitten in der Nacht funktioniert das offenbar am besten, denn nach eigenen Angaben beginnt er frühestens um ein Uhr morgens mit der Arbeit an seinen Bildern. Manchmal bringt er ein solches Werk in einer Nacht zu Ende, bei größeren Arbeiten dauert es aber auch schon einmal etwas länger. Interessant soll es ja auch werden und nicht einfach nur auf die Leinwand gekippt. Dann legen seine Bewunderer auch gern die rund 2.000 Euro hin, die ein solches Lindenberg-Original kostet.

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